DER TAUHID (TAWHID)

  1. Es gibt keinen Gott ausser Allah. Er ist einzigartig und hat keinesgleichen.
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  2. Er hat keinen Anfang und kein Ende. Er wurde nicht erzeugt, und nichts kann Seine Macht schmälern. Er ist der Lebendige, der nicht schläft, und der Allumfassende, der nicht stirbt.
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  3. Er hat kein Gegenüber, nichts ist Ihm ähnlich und keiner ist Ihm gleich.
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  4. Die Vorstellungskraft kann Ihn nicht umschliessen, und die Vernunft vermag Ihn nicht zu fassen.
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  5. Alles geschieht gemäss Seinem Willen. Er hat die Macht über alle Dinge und nichts kann geschehen ohne Seine Einwilligung.
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  6. Alles, was Er will, geschieht. Und was Er nicht will, geschieht nicht.
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  7. Er braucht nichts, aber alles braucht Ihn. Er ist von nichts abhängig, aber alles ist von Ihm abhängig.
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  8. Er ist der Erschaffer ohne Mühe, und Er ist der Besorger ohne Einschränkung.
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  9. Er lässt furchtlos sterben und mühelos auferstehen.
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  10. Die Schöpfung ist das Werk Seiner Weisheit. Er ist es, der bestimmt, wie etwas ist, und Er ist es, der die Bedingungen/Fristen festlegt, die niemand beeinflussen kann.
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  11. Er wusste bereits, welche Auswirkungen die Dinge haben würden, bevor Er sie erschuf.
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  12. Seine Eigenschaften waren bereits vor der Schöpfung unveränderlich. Die Schöpfung hat keine neuen Eigenschaften hervorgebracht, die Er nicht schon vorher festgelegt hätte.
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  13. Den Namen des Schöpfers (al-Haliq) trug er schon vor der Schöpfung, und ihm waren bereits die Eigenschaften des Meisters (Rubübiyyah) eigen, als es noch keine Diener gab. Er war bereits vor der Schöpfung Herr über alle Namen und Zuschreibungen.
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  14. Seinen Geschöpfen befiehlt Er Gehorsam und verbietet ihnen den Aufstand. Er beordert ihnen das Angemessene und verbietet das Tadelnswerte.
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  15. Durch Seine Güte führt Er auf den richtigen Weg, beschützt Er und heilt. Und per Gesetz leitet Er fehl, erprobt Er und setzt herab, wen Er will. Sämtliche Geschöpfe unterstehen Seiner Gnade und seinem Gesetz.
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  16. Er steht weit über seinen Geschöpfen und dem, was sie Ihm zuschreiben.
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  17. Nichts und niemand ist in der Lage, sich Seinem Willen zu widersetzen, Seine Anweisungen zu missachten, Seine Urteile aufzuschieben oder sich über Seine Gebote zu stellen.
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  18. Muhammad (sallallahu ‘alayhi wa sallam) ist Sein auserwählter Diener und sein (letzter) Gesandter. Er ist der Führer der Gläubigen und der anerkannte Gesandte des Allmächtigen. Er ist der Sendbote der Wahrheit und des rechten Wegs, des Lichts und der Klarheit. Seine Botschaft richtet sich an die Dschinns und an die gesamte Menschheit.
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  19. Jeglicher prophetische Anspruch nach Muhammad (sallallahu ‘alayhi wa sallam) ist ein Abweg und eine Verleitung zum Irrtum.
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  20. Wir polemisieren nicht über den Koran und wir bezeugen, dass er Muhammad (sallallahu ‘alayhi wa sallam) durch den Engel Jibril (Gabriel) offenbart wurde. Die Gläubigen wissen ohne geringsten Zweifel, dass der Koran das Wort des einzigen Herrn ist.
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  21. Am Tag des Gerichts wird das Zusammentreffen mit dem Allerbarmer wahr werden für jene, die in das Paradies eintreten.
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  22. Was in den authentischen Hadithen des Propheten (sallallahu ‘alayhi wa sallam) berichtet wird, ist wahr.
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  23. Das Fundament des Glaubens ist auf zwei Pfeilern zu stabilisieren: die umfassende Hingabe an die Religion (Taslim) und die Unterwerfung an den Allmächtigen (Istislam).
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  24. Derjenige, der sich Ihm nicht voll und ganz unterwirft oder der versucht, Wissen zu erlangen, über das einzig der Allmächtige verfügt, dessen Glaube und Überzeugung in den puren Monotheismus werden erschüttert. Er schwankt zwischen Abweg und Glaube, zwischen Zustimmung und Ablehnung, zwischen Annahme und Zurückweisung. Er ist von Sorgen, Irrtum und Zweifeln befallen, und ist weder ein überzeugter Gläubiger, noch einer, der in unwissender Abkehr lebt.
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  25. Schon seit jeher kennt Er die genaue Anzahl derer, die in das Paradies, und derer, die in die Hölle eintreten werden. Am Tag des Gerichts wird deren Anzahl weder erhöht noch vermindert werden.
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  26. Er kennt auch die Taten, welche die Geschöpfe in ihrem Leben vollbringen werden. Wer seine Vorbestimmung annimmt, ist glücklich, und wer sie nicht annimmt, ist unglücklich.
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  27. Wer den Ursprung der Vorbestimmung ergründen möchte, wird scheitern, und der Allwissende warnt uns davor, darüber zu spekulieren oder mehr in Erfahrung bringen zu wollen.
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  28. Es gibt zwei Arten von Wissen über die Schöpfung: das offensichtliche Wissen und die versteckte Wissenschaft. Das offensichtliche Wissen zu missachten oder vorzugeben, die versteckte Wissenschaft ergründet zu haben, sind untersagt. Der wahre Glaube kann nur erlangt werden, wenn man das offensichtliche Wissen annimmt und sich weigert die versteckte Wissenschaft ergründen zu wollen.
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  29. Wir glauben an die wohlverwahrte Tafel und daran, was auf ihr geschrieben steht, und wir glauben an den Qalam (Schreibrohr). Wenn die gesamte Schöpfung sich vereinen würde, um das, was Er geschrieben hat, rückgängig zu machen, sie würde scheitern. Und wenn sie sich vereinen würde, um etwas zum Leben zu erwecken, was Er nicht verfasst hat, würde sie ebenfalls scheitern.
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  30. Was Seine Diener nicht erreichen soll, erreicht sie nicht. Und was sie erreichen soll, verfehlt sie nicht.
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  31. Sich gegen Den zu stellen, der alles hört, gegen die Vorsehung aufzubegehren und Religionsfragen auf philosophische Weise anzugehen, ist zum Scheitern verurteilt.
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  32. Er kann auf den Thron und Seine Schöpfung verzichten. Er umfasst sämtliche Dinge, indem Er über ihnen steht. Hingegen hängt die gesamte Schöpfung von Ihm ab, und nichts und niemand kann Ihn treffen (herausfordern).
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  33. Wir glauben an Ihn, seine Engel, seine Bücher, seine Gesandten, an den Tag des Jüngsten Gerichts und an die Prädestination. Wir glauben an all das, und wir machen keinen Unterschied zwischen seinen Gesandten (sallallahu ‘alayhi wa sallam).
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  34. Sofern jene, die Richtung Mekka beten und die Wahrhaftigkeit des Korans bezeugen und die Weisungen des Propheten (sallallahu ‘alayhi wa sallam) annehmen und keine Sünden als erlaubt betrachten und sofern sie alle Nichtgläubigen und Heuchler abschwören, halten wir diese für gläubige Muslime.
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  35. Wir sagen nicht, eine Sünde habe keinen Einfluss auf den Glauben, und wir sind nicht der Meinung, eine Sünde sei folgenlos.
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  36. Wir fürchten uns vor Seinem Urteil, wir hoffen auf die Vergebung der Sünden für die Wohltätigen unter den Gläubigen. Wir bitten um die Gnade des Allerbarmers und erwarten sein Urteil, ohne die Hoffnung zu verlieren.
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  37. Die Furchtlosigkeit und der Verlust jeglicher Hoffnung im Hinblick auf sein Urteil weichen vom rechten Weg ab. Für jene, die in Richtung Mekka beten, liegt der wahre Weg zwischen der Furchtlosigkeit und dem Verlust jeglicher Hoffnung.
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  38. Der Glaube ist die Hingabe mit dem Herzen und das Bezeugen mit Worten und Taten.
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  39. Was die Gläubigen in ihrem Glauben unterscheidet, ist deren Frömmigkeit, die Widerstandskraft gegenüber negativen Ereignissen und das Festhalten an den Werten, die der Allmächtige überliefert hat.
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  40. Die Gläubigen sind alle Diener des unendlich Grossen. Die Ehrenhaftesten unter ihnen, sind die frommsten, die treusten und jene, die sich an den Koran halten.
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  41. Sofern sie im Glauben an den einzigen wahren Gott sterben, werden jene, die grössere Sünden begangen haben, nicht ewig im Feuer einkehren. «Allah verzeiht nicht, wenn man ihm andere Gottheiten beigesellt, aber sonst verzeiht Er, wem Er will.» (04:48)
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  42. Von keinem Gläubigen sagen wir, er komme ins Paradies oder in die Hölle. Und solange keine Beweise vorliegen die bezeugen, dass jemand nicht mehr dem Islam angehört, behandeln wir niemanden als Ungläubigen, Beigeseller oder Heuchler.
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  43. Wir befolgen die Sunna des Propheten (sallallahu ‘alayhi wa sallam) und enthalten uns jeglicher Form von Sektiererei, Abweichlertum und Spaltung. Wir lieben loyale und gerechte Menschen und wir lehnen hinterhältige und ungerechte Personen ab.
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  44. Wenn wir auf eine Frage keine Antwort wissen, sagen wir: «Allah ist der Weiseste.»
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  45. Die Pilgerfahrt nach Mekka und der Kampf auf dem Weg Allahs werden überdauern bis zum Tag des Jüngsten Gerichts. Nichts kann sie absetzen und niemand kann sie aufhalten.
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  46. Wir glauben an die ehrenhaften Schreiber (Engel). Er hat sie als Wächter zu uns beordert. Wir glauben auch an den Todesengel, dessen Aufgabe es ist, die Seelen einzusammeln.
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  47. Wir glauben an die Befragung durch die Engel Munkar und Nakir betreffend dem Herrn der Welten, der Religion und dem Propheten (sallallahu ‘alayhi wa sallam).
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  48. Das Grab ist entweder ein Garten der Gärten des Paradieses oder eine Grube der Gruben der Hölle.
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  49. Die Taten der Diener werden möglich durch Ihn und sie werden ihnen angerechnet.
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  50. Niemand kann Ihn täuschen.
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  51. Er antwortet auf die Anrufungen und Er erhört die Gebete. Er ist der Einzige, der für das, was wir uns wünschen, angefleht werden soll. Die Gläubigen richten ihre Gebete ausschliesslich an den Erhabenen und wenden sich weder an die Toten, noch an die Engel, noch an die Propheten (sallallahu ‘alayhi wa sallam).
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  52. Die Anrufungen und die Almosen haben eine begünstigende Wirkung für die Toten.
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  53. Man kann Ihm nicht entgehen, nicht einmal für einen kurzen Moment. Und derjenige, der auf Ihn verzichten möchte, sei es auch nur für eine Sekunde, ist ein Ungläubiger.
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  54. Wir zeigen Zuneigung für die Begleiter des Propheten (sallallahu ‘alayhi wa sallam) und verleugnen keinen von ihnen. Wir kündigen jenen, die schlecht von ihnen reden, die Freundschaft auf.
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  55. Wir bestätigen, dass das erste Kalifat nach dem Propheten (sallallahu ‘alayhi wa sallam) Abû Bakr zukam. Es folgten ‘Umar Ibn al-Hattâb, dann Utmân Ibn ‘Affan und schliesslich ‘Aliyy (möge Allah ihnen gewogen sein).
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  56. In Übereinstimmung mit den Aussagen des Propheten (sallallahu ‘alayhi wa sallam) bezeugen wir, dass folgende Personen ins Paradies eingehen werden: Abû Bakr, ‘Umar, ‘Utman, ‘Aliyy, Talhah, az-Zubayr, Sa’d, Sa’îd, ‘Abdur-Rahmân Ibn’Auf, Abû’Ubaydah Ibn al-Garrâh und der Prophet Muhammad (möge Allah sie alle wohlwollend aufnehmen).
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  57. Wir glauben an die Vorzeichen der letzten Stunde: Das Erscheinen des Dajjals, die Wiederkehr des Propheten Issa (Jesus), an den Sonnenaufgang im Westen und an das Erscheinen des Erdtiers.
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  58. Wir glauben keinem Seher, Medium, Astrologen und missbilligen alle, die etwas predigen, was nicht mit dem Koran übereinstimmt oder der Sunna widerspricht.
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  59. Der Islam ist die einzige Religion, die Allah zulässt.
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  60. Das Übertreiben, das Auslassen, der Vergleich und die Negation sind keine Merkmale des Islams. Der Weg des Islams liegt zwischen der Vorbestimmung und der absoluten Freiheit, zwischen der Gewissheit und der Hoffnungslosigkeit.
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  61. Wir bitten Ihn, uns bis zu unserem Tod im Glauben zu bestärken und uns vor Anwandlungen zu bewahren, die das Herz schwächen. Wir bitten Ihn zudem, uns gegen die sektiererischen Strömungen in Schutz zu nehmen, die der Sunna widersprechen, und gegen die, die sich mit den Abtrünnigen verbinden.